Stellen Sie sich vor, Sie drücken auf den „gefällt mir“-Button und Facebook fragt ‚Warum?‘. Ein Rückblick auf die Fachtagung „Serious Games: Digitale (Lern-)Spiele in der pädagogischen Praxis“ in Dresden. Teil I

Der Veranstalter der Tagung war das Medienkulturzentrum Dresden in Kooperation mit der GMK-Fachgruppe Games. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch AMD Changing the Game. Eine schöne Zusammenfassung der Tagung findet sich auf der Spiele-Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung.
Ich werde demnach hier nicht den Ablauf der Tagung wiedergeben, sondern auf interessante Details eingehen, die speziell für ARTigo interessant sind. Und zwar in jeweils eigenen Teilberichten – um das ganze etwas zu entzerren. Los geht’s mit Teil 1:

Jens Wiebken (byte42 : Medienpädagogik-Blog um heutige Medien) thematisierte in seinem Vortrag unter anderem die Reflexionsproblematik unserer Zeit. In einem Umfeld in dem es genügt Zustimmung durch einen Kopfdruck auszudrücken, ohne diese weiter thematisieren zu müssen wird eine ausführliche Reflexion des eigenen Tuns oder Empfindens unnötig.

In diesem Kontext fällt auch der Satz: Stellen Sie sich vor, Sie drücken auf „gefällt mir“ und Facebook fragt „Warum eigentlich?“.
Es ist klar, dass hier dies bei den meisten von uns ein Irritationsmoment hervorrufen würde. Nicht nur, weil wir damit nicht gerechnet haben, sondern auch deswegen, weil wir gezwungen werden unsere Zustimmung zu reflektieren. Es ist also nicht nur ungewohnt, sondern auch unbequem die eigenen Aktionen konkret zu hinterfragen.

Daran anschließend wird natürlich die Frage aufgeworfen: Wie viel Reflexion darf ein Computerspiel fordern oder Voraussetzen um zu „funktionieren“ – um den Teilnehmern Spaß zu machen?
Während sogenannte „Adventure Games“ verhältnismäßig viel Mitdenken erfordern, funktionieren „Jump and Run-Games“ auf Reaktionsbasis (wenn man mir den Ausdruck verzeihen möchte). Ob eines der Spielgenres jetzt tatsächlich einen höheren Spaßgehalt hat als das Andere, finde ich schwer zu bewerten. Ich halte das für eine sehr persönliche Entscheidung.
Da aber beide Spielarten sich einer großen „Fangemeinde“ erfreuen, kann man wohl davon ausgehen, dass ein gewisses Maß an Reflexion im Spiel dem Spielspaß keinen Abbruch tut.

Das ist natürlich für ARTigo eine gute Nachricht. Immerhin überlegen wir alle uns beim Spielen welche Begriffe sinnvoll sind, um ein Bild zu beschreiben – bzw. welche Begriffe der Mitspieler wohl als sinnvoll bewerten würde. Fraglich ist natürlich wie stark wir beim ARTigo spielen tatsächlich bewusst reflektieren. Ich kann für mich sagen, dass ich oft ohne spezielle Vorabüberlegungen tippe. Wie sieht es bei euch aus – ist ARTigo ein Spiel, das viel Reflexion erfordert?

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Eine Antwort auf Stellen Sie sich vor, Sie drücken auf den „gefällt mir“-Button und Facebook fragt ‚Warum?‘. Ein Rückblick auf die Fachtagung „Serious Games: Digitale (Lern-)Spiele in der pädagogischen Praxis“ in Dresden. Teil I

  1. keimelion sagt:

    Am Anfang habe ich auch sehr viel hin und her überlegt. Jetzt tue ich das nicht mehr. Ich benenne ganz einfach das, was ich sehe. Das ist auch sehr entspannend, das Denken abzuschalten und nur die Finger auf der Tastatur zu bewegen. Da jede gebundene Rede doch den Einsatz der grauen Masse erfordert, überlege ich jetzt, wie ich das Schriftbild der zu einem Kunstwerk vergebenen Tags als Beschreibung nutzen kann, ohne Sätze zu bilden. 🙂 Aber das ist natürlich der zweite Schritt in dem ARTigo-Dialog, wo ich die Daten nutzen werde. Im ersten Schritt spiele ich nur und etwas Anstrengung verspüre ich nur, wenn ich in einer Fremdsprache spiele. Ansonsten glaube ich, dass die Bilder die nötige Variation bieten, so dass keine Langeweile eintritt, selbst wenn der geistige Einsatz gleich bleibt.

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