Monatsarchive: September 2011

Combo Tag-Attack!

Wie bereits an dieser Stelle berichtet wurde die Suchfunktion bei ARTigo vor einiger Zeit enorm verbessert; nun ist es unter anderem möglich, mehrere Begriffe zu kombinieren um dadurch exaktere Suchergebnisse zu erhalten. Und die Ergebnisse, die nun geliefert werden, können sich wirklich sehen lassen. Es lassen sich nämlich durch die Kombination verschiedener Suchbegriffe sehr aussagekräftige Trefferlisten generieren, die meiner Meinung nach auf verschiedenen Ebenen einige Fragen aufwerfen.

Doch zunächst entschuldige sei das folgende Bildlayout entschuldigt, ich habe eine ästhetisch anspruchsvollere Darstellungsweise auf die Schnelle leider nicht hinbekommen. Beim nächsten Mal gibt’s dann eine dieser duften Bildergalerien zum Durchklicken.

Gibt man zum Beispiel „Krieg rot Frankreich“ ein, erhält man unter anderem folgende Treffer (für eine größere Ansicht Bilder anklicken):

v.o.n.u.: E. Delacroix, Die Freiheit führt das Volk an, 1830; J.A.D. Ingres, Jeanne d’Arc bei der Krönung Karls VII., 1854; J-M. Nattier, Terpischore, Muse des Tanzes, 1739; J. Trumbull, Tod des General Warren in der Schlacht bei Bunker’s Hill, 17. Juni, 1786

 

Bemerkenswert ist, dass bei diesen Bildern das Kriegsgeschehen mit Frankreich in Verbindung gebracht wurde. Klar, bei Delacroix und Ingres trifft dies auch zu, bei Trumbull jedoch nicht; der Maler stellt hier eine Szene des amerikanischen Unabhängigkeitskrieg dar. Aber woran liegt es, dass die ARTigo-Spieler mit diesem Bild Frankreich assoziierten? An der Darstellungsweise der Personen? An der Kleidung? Den Flaggen? Und wie passt Nattiers Muse der Tanzkunst hier ins Bild?

Jenseits des Bildmotivs sind auch folgende Treffer bemerkenswert. Hier wurde nun nach „Dreieck grün“ gesucht.

P. Cornelius, Patriarchen und Propheten – Fresko im Vierungsgewölbe St. Ludwig, München, 1836/40; A. P. Clara, Ruine des Apollo-Tempels, 1824; F. Marc, Schloss Ried, 1914; W. Kent, Pebble Alcove, 1736-38

Vom „Bildinhalt“ her lassen sich hier keine Parallen ziehen, anscheinend jedoch von geometrischen Grundeigenschaften der Bilder. In der Tat lassen sich in all diesen Abbildungen Dreiecke ausmachen. Ist dies vielleicht sogar ein ganz neuer Ansatz, Kunstwerke unterschiedlicher Arten miteinander zu vergleichen? Gibt es etwa Bilder, die sinnverwandt zueinander stehen und lässt sich dies mit überlappenden Charakteristika festmachen, die ARTigo-Spieler aufzeigen?

Toll sind auch folgende drei Ergebnisse. Beim ersten Bild wurde nach „Expressionismus Gotik“ gesucht, beim zweiten nach „Rubens Rembrandt“ und beim dritten nach „Alt Jung“.

V. van Gogh, Die Kirche von Auvers, 1890; W. Turner, Pilauts wäscht seine Hände, 1825/50; Russischer Photograph, Portrait, 1858/62

Van Gogh ist nicht, wie getaggt, der Gotik zuzuschreiben – die Kirche in Auvers-sur-Oise, die dem Künstler als Vorlage diente, stammt jedoch aus der Frühgotik. Da haben mindestens zwei ARTigo-Spieler große Architektur-Kenntnis bewiesen!

Knapp daneben lagen die Spieler jedoch bei dem mittleren Bild. Weder Rubens noch Rembrandt, sondern Turner malte dieses Werk. Nachvollziehbar bleibt dieser Lapsus aber auf jeden Fall!

Und bei Bild Nummer drei wird es fast ein bisschen unheimlich. Hat sich der hier fotografierte 108-Jährige unheimlich gut gehalten oder soll der Rauschebart den 16-Jährigen erwachsener aussehen lassen?

 

Was die ARTigo-Spieler bislang jedoch (noch) nicht geschafft haben, ist Wölfflins Gegensatzpaare in Einklang zu bringen. Auch in Zeiten der Wisdom of Crowds, des Taggen und Matchen von Bildern im World Wide Web und des Spielens von Browsergames bleiben die Gegensätze Linear/Malerisch, Fläche/Tiefe, Geschlossen/Offen, Vielheit/Einheit und Klarheit/Unklarheit gültig.
Fragt sich nur: Wie lange noch?

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Hintergründiges für das digitale Bücherregal

Ach, was war 2008 nicht für ein ereignisreiches Jahr: Karen Baker Landers erhält den Oscar für den besten Tonschnitt. In Tirol finden Landtagswahlen statt. Birgit Õigemeel klettert mit ihrem Hit Ilus Aeg für eine Woche an die Spitze der estnischen Singlecharts. Und am 13. Mai des UNESCO-Kartoffeljahres heiratet Michael Ballack ENDLICH seine Simone.

Wie? Alles vergessen? Na ja, macht nichts, denn auf das hier hätten wir auch beinahe hinzuweisen vergessen.

Bereits 2008 – also vor etwa 21 Internetjahren – fand in Tübingen ein Workshop unter dem Titel „Good Tags, Bad Tags“ statt, bei dem die Teilnehmer nicht nur über Themen rund ums Social Tagging diskutierten, sondern später auch eine Aufsatzsammlung veröffentlichten. Das Tolle daran: Die wirklich interessante Publikation ist unter obigem Link kostenlos als pdf downloadbar (knapp 6 MB).

Unter vier Gesichtspunkten werden in dem Buch verschiedene Facetten des Taggings beleuchtet:

1. Theoretische Ansätze und empirische Untersuchungen
2. Einsatz von Tagging in Hochschulen und Bibliotheken
3. Kommerzielle Anwendungen von Tagging
4. Tagging im Semantic Web

Die einzelnen Texte eignen sich gut, um einen Einblick in die verschiedenen Möglichkeiten zu erhalten, wie Social Tagging in der Wissenschaft, an der Uni oder auch kommerziell Verwendung findet. Und da es sich bei dieser Veröffentlichung um eine Aufsatzsammlung handelt, muss man es auch nicht unbedingt von vorne bis hinten durchlesen. Plus: Jeder Text verweist am Ende auf jede Menge vertiefende Literatur. Seht es Euch einfach mal an!

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Himmel ohne Wolken – Die neue Suche von ARTigo

Was uns in diesem Sommer oft verwehrt blieb, kann man mit ARTigo nun leicht finden: einen Himmel ohne Wolken. Es genügt, in das Suchfeld oben rechts einzugeben „Himmel -Wolken“ <Enter> und in der Ergebnisliste werden passende Bilder angezeigt.

Seit gestern ist die neue Suche freigeschaltet. Man kann nun mehrere Suchwörter eingeben und auch komplexere Anfragen stellen. Möglich machen das die Software Solr basierend auf Lucene und das Engagement von Fabian Kneißl.

Die Qualität der Ergebnisse hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen. Ohne die vielen ARTigo-Spieler wären diese Ergebnisse nicht möglich. Deswegen danken wir hier den vielen Spielern für die Datenbasis bestehend aus den vielen Tags aus tausenden Spielrunden.

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ARTigo ist Geld, nicht Gold

Die Kunsthalle Karlsruhe hat diese Entwicklung wohl erkannt und ist mit Ihrem digitalen Bildbestand bei ARTigo „eingestiegen“. In Kürze soll sogar eine eigene Spielversion von ARTigo für die Kunsthalle Karlsruhe starten. Wir werden berichten! Auf die Resonanz sind wir gespant. Eventuell könnte es zu einem kleinen Goldrausch in Karlsruhe kommen, wenn die Spieler Originale wiederfinden, die sie nur all zu gut aus ARTigo „nur“ online kennen.

Herzlicher Dank gilt Prof. Dr. Kohle, der den Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 7.9.2011 entdeckt hat.

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Crowdsourcing in Echtzeit

Im Artikel „Crowdsourcing in Echtzeit“ berichtet heise.de vom Ansatz, den auch wir bei Play4Science verfolgen: Menschliche Intelligenz wird genutzt, um Probleme zu lösen, für die Computer nach aktuellem Stand der Technik nicht geeignet sind.

Im Gegensatz zu Play4Science bietet die Firma MobileWorks kommerziell Crowdsourcing an, wie schon seit 2005 Amazons Mechanical Turk.

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ARTigo jetzt auch auf Facebook

Seit heute gibt es bei Facebook eine eigene ARTigo-Seite!

Damit wir bald ein paar „Likes“ vorweisen können, wäre es schön, wenn ihr uns auf Facebook besucht.

Denn unser durchaus realistisches Ziel ist es, mehr „Daumen hoch“ zu kriegen als Justin Bieber. Wird ein Klacks, sind ja nur lausige 35.651.652… Na ja, vielleicht sollten wir erstmal versuchen, den Telekom-Shop in Castrop-Rauxel zu überholen. Der hat nämlich nur 10 Empfehlungen vorzuweisen.

Also: Schaut mal vorbei und nehmt uns in Euer Netzwerk auf, damit auch Eure Freunde von unserem Projekt erfahren.

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Picasa und die Kunst

Mittlerweile dürfte es sich rumgesprochen haben, dass die Bildverwaltungssoftware Picasa über ein ziemlich cooles Gesichtserkennungs-Feature verfügt. Dadurch lassen sich Bilder, die man mit Hilfe von Picasa verwaltet, automatisch und überraschend exakt nach menschlichen Gesichtern durchsuchen. So kann man etwa seine Fotosammlung nach Personen sortieren, ohne händisch jedes einzelne Bild anschauen zu müssen.

Wie genau (oder ungenau?) das Programm arbeitet, lässt sich erkennen, wenn man einen Bildordner von Picasa nach Gesichtern durchforsten lässt, in dem eigentlich keine Menschen zu sehen sind. Wie hier, als Picasa in einem Ordner mit Architektur- und Städtefotografien stöberte:

Toll ist vor allem der Treffer, der rot markiert wurde. Hier ist das Originalbild zu finden. Können Sie das richtige Gesicht auf Anhieb identifizieren? Und einen dicken Zusatzpunkt gibt es für denjenigen, der die Stadt, in der dieses Gebäude zu finden ist, nennen kann!

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Sentiment Analysis – Was die Welt über ARTigo denkt

Eine relativ junge Disziplin in der Computerlinguistik beschäftigt sich mit der Analyse der Stimmung in Texten. Untersucht man beispielsweise aktuelle Nachrichtentexte hinsichtlich der Stimmung bzgl. Philipp Lahm, erhält positive wie negative Ergebnisse. Interessant ist die Ableitung der Gesamtstimmung.

Basis für die Analyse von Texten sind Schlüsselwörter wie ‚begeistert‘ oder ‚langweilig‘ zur Einschätzung der Stimmung. Inzwischen existieren aber schon deutlich ausgefeiltere Methoden beispielsweise auf Basis der Grammatik.

Eine Meinung über ARTigo kann man sich über Twitter-Einträge einholen. Verschiedene Tools bieten dazu ihre Dienste an:

ARTigo kommt dabei auch gar nicht so schlecht weg. Leider ist die Anzahl der Tweets eher beschränkt. Was können wir tun, damit ARTigo in Twitter bekannter wird?

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