Monatsarchive: Februar 2014

Ihre Gefühle sind gefragt

Die von unseren fleißigen Nutzern vergebenen tags sind meist rein beschreibender Art: Mann, Frau, Kreuzigung, blau etc. pp. Das sind wichtige Annotationen, keine Frage. Schön aber wäre es, wenn Sie sich auch ein wenig mehr ins Subjektive begeben würden und zum Beispiel Stimmungen oder Gefühle benennen würden. Also wenn Sie bei

 

vielleicht „unheimlich“ vergeben würden oder bei

„entsetzlich“
Solche Begriffe sind für die Suche ausgesprochen wertvoll!

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Ausflugstipp: Ein Besuch des Königshauses am Schachen

Bei der Konsultation der ARTigo-Bildersuche bin ich gerade auf dieses Foto gestoßen:

Schloss Schachen

Es ist eine Aufnahme vom Königshaus am Schachen, dass König Ludwig zur Erholung von seiner anstrengenden Tätigkeit als Monarch diente. Von außen ist es eher unscheinbar, auch das Erdgeschoss ist einfach möbliert. Steigt man eine schmale Wendeltreppe in das Obergeschoss hinauf, eröffnet sich dem Besucher dieser überraschende Blick:

Türkischer Saal

Dieses Bild – ebenfalls aus dem Datenbestand von ARTigo – zeigt den Türkischen Saal.

Man kommt auf verschiedenen Wegen zum Schloss. Wir sind durch die Partnachklamm aufgestiegen (was schon ein Erlebnis war) und über das Rheintal vor einer überwältigenden Kulisse abgestiegen. Das ist bereits einige Jahre her und damals führte der Wirt der Gaststätte Schachenhaus durch das Schlösschen. Ich kann mich an eine sehr kurzweilige Führung erinnern.

Unbedingt sehenswert ist auch der dortige Alpengarten. Ab Juni kann man das Königshaus am Schachen wieder besichtigen. Das ist noch ein bisschen hin, aber planen Sie mal einen Besuch, wenn Sie noch nicht dort waren. Es lohnt sich absolut!

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Ludwig II. – der König als Arzt

Ich befasse mich gerade mit den Veränderungen, die das 19. Jahrhundert gebracht hat, wie beispielsweise ein verbessertes Gesundheitswesen. Bei der Suche nach dem Tag „Arzt“ bin ich auf folgendes Foto gestoßen:

koenig_ludwigII

Das Porträt, auf dem Ludwig II. dargestellt ist, der bekanntermaßen von Beruf König war, wurde 1862/64 aufgenommen. Seinen weißen Mantel interpretierten einige Spieler wohl als Arztkittel. Deutungen dieser Art sind immer interessant und ein bisschen lustig.

Gar nicht lustig waren die hygienischen Verhältnisse in München seinerzeit. 10 Jahre zuvor, im Jahr 1854, erlebte die Stadt nämlich den zweiten Angriff der Cholera. Der Arzt Max von Pettenkofer war hier eine Autorität in Sachen Hygiene. Allerdings irrte Pettenkofer, denn seiner Meinung nach war das Trinkwasser nicht Überträger für die Seuche.  Auch deshalb begann die Stadt München erst im Jahr 1881, nach einer dritten Cholera-Welle, die Wasserversorgung zu verbessern.

London war in dieser Hinsicht übrigens viel fortschrittlicher. Dort stellte man schon 1866 fest, dass in Gebieten, in denen die Wasserversorgung saniert worden war, weder Cholera noch Typhus ausbrachen.

Interessant, wohin „falsche“ Tags führen: Vom Foto eines Königs, der mit Leidenschaft Schlösser gebaut hat hin zu einem Pharmazeuten, dessen Irrtum tausende Menschen das Leben kostete.

Literatur:

Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2013

 

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