Worte und Bilder? Bilder und Bilder!

Wir haben euch vor einigen Tagen das TinEye Projekt vorgestellt. Der Eine oder Andere mag es inzwischen getestet und als nützlich empfunden haben. Oder als ärgerlich. TinEye ist eine Suchmaschine, die nach rein objektiven, das heißt mathematischen Kriterien sucht. Es kann hierbei leicht geschehen, dass dem Nutzer Bilder als ähnlich angeboten werden, die nach semantischen Kriterien überhaupt nicht ähnlich sind. Ähnliches zeigt sich bei einer Studie von Gerhard Nauta. Nauta hat ein Modell entwickelt, bei dem die Studienteilnehmer Bilder nicht mit Worten, sondern mit Icons taggen. Wird ein Icon mehrfach für zwei unterschiedliche Bilder vergeben, lässt sich daraus ableiten, dass diese sich formal ähnlich sind. Nauta konnte so erfolgreich ermitteln, dass die beiden Folgenden Bilder eine starke formale Korrelation aufweisen:


Aus einer praktischen Perspektive heraus (wie auch im Falle der TinEye-Suchmaschine) ist ein solches Ergebnis natürlich ärgerlich. Wir dürften uns alle einig darüber sein, dass die beiden Abbildungen zwar die erwarteten formalen Ähnlichkeiten aufweisen, diese jedoch für eine ikonographisch/ inhaltlich relevante Analyse nicht weiter von Bedeutung sind. Aus einer theoretischen Perspektive ist dieser Zusammenhang allerdings höchst relevant. Warum? Nun – visualisiert ein Mal, welche Art von Automatisierungsprozessen denkbar wären, wenn die Datengrundlage auf interessierende Objekte eingeschränkt würde! Der Computer wäre in der Lage aus einem Pool von Bildern eine Vorauswahl hinsichtlich bestimmter Gemeinsamkeiten zu treffen – Farb- und Formaspekte betreffend. Farb- und Formaspekte – um kurz darauf hinzuweisen – könnten in verschriftlichter Form niemals mit einer ähnlichen mathematischen Korrektheit analysiert werden. Demnach stellt das IconTagging eine interessante Ergänzung zum „normalen“ Social Tagging dar.

 

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