Schlagwort-Archive: Taggen

Wo kommen denn die Bilder in ARTigo her?

Ganz einfach: aus Museen und bereits vorhandenen Bilddatenbanken. Allerdings sind Bilder erst spielbar, wenn sie über mindestens 7 Tags verfügen. Sie müssen deshalb „angefüttert“ werden. Praktisch spielbar sind:

Artemis-Datenbank: 20.900 Bilder
Amherst College: 644 Bilder
Kunsthalle Karlsruhe: 2.242 Bilder
Dadaweb (Prometheus): 21.013 Bilder
Rijksmuseum: 342 Bilder (von 109.676 Bildern insgesamt)
Streetart: 106 Bilder

Da Ihnen für jedes Bild eine Minute Spielzeit zur Verfügung steht, haben Sie

45.247 Minuten oder
754 Stunden und 7 Minuten oder
31 Tage und 10 Stunden und 7 Minuten oder
4 Wochen und 3 Tage und 10 Stunden und 7 Minuten

ununterbrochenen Spielspaß.

Also, worauf warten Sie noch?

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Wo ist die Krone? Da ist die Krone! Ein Projekt zur automatischen Identifizierung von Bildgegenständen

Heute ist bei Spiegel Online ein interessanter Artikel über automatisches Taggen zu finden. Mittels einer in Heidelberg entwickelten Software soll es künftig möglich sein, dass ein Computer Bilder automatisch mit Schlagworten versieht – und diese auch noch zielstrebig innerhalb des Bildes den entsprechenden Objekten oder ähnlichem zuordnen kann. Dass also, so das Beispiel im Artikel, auf „Bildern aus dem Mittelalter“ etwa Kronen identifiziert und verschlagwortet würden.

Auch ohne viel über das ehrgeizige Projekt an sich zu wissen lässt sich meiner Meinung nach die vorrangige Problemstellung schnell ermitteln: Denn Krone ist nicht gleich Diadem ist nicht gleich Tiara. Soll heißen: Selbst so etwas relativ spezifisches wie eine mittelalterliche Kopfzierde kann in unterschiedlichsten Ausführungen vorkommen und – was die Sache noch komplizierter macht – vielfältig konnotiert sein.  Der Papst wagt sich nunmal nur sehr selten mit einer juwelenbesetzten Krone auf den Petersplatz. Und mit einer Giebelhaube auf dem Haupt sieht man ihn, wenn überhaupt, nur sonntags beim Bäcker.

Diese Problemstellung, dass es dem Computer nach wie vor extrem schwer fällt, Daten zu „interpretieren“, ist letzlich auch der Grund, warum wir für die Verschlagwortung von Bildern auf die Hilfe von ARTigo-Spielern angewiesen sind. Wir sind zwar mittlerweile soweit, dass wir auch Spiele „simulieren“ können – also dass wir bereits gespielte Partien aufzeichnen und dann zwei „alte“ Spielpartien neu gegeneinander antreten lassen können, damit sich eventuell noch mehr Matches ergeben – die Datengrundlage für solche Aktionen liefern aber nach wie vor die fleißigen Spieler. Und daran wird sich so schnell auch nichts ändern.

Denn bis es soweit ist, dass durch einen abgefahrenen Algorithmus Bildinhalte fehlerfrei identifiziert und verschlagwortet werden können, werden sicherlich noch einige Stunden ARTigo-Spielen ins Land ziehen.

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Datensammeln leicht gemacht? Daten, sammeln, leicht gesucht!

Wer im Geschäft Babykleidung kauft und seine Payback-Karte zum Punktesammeln benutzt, der bekommt nicht selten kurze Zeit später einen Katalog für Kinderspielzeug zugeschickt. Und wer im Internet – natürlich aus Versehen oder nur „für einen Freund“ – eine „Modern Talking“-CD bestellt hat, der bekommt beim nächsten Mal online shoppen gleich die Autobiographie von Dieter Bohlen empfohlen.
Durch „Data Mining“, also „Daten schürfen“, versuchen verschiedene Unternehmen, automatisiert bestimmte Verhaltensmuster ihrer Kunden herauszufinden. Ob dies mit der aktiven Einwilligung der betroffenen Personen geschieht, sei mal dahingestellt.
Uns sind eure Wohnorte, Geburtsdaten, Lieblingsbücher, Einkaufslisten und (merkwürdigen) Vorlieben für Popmusik aus der Feder von Bohlen und Anders erstmal ziemlich egal. Was wir von euch wollen, sind eure Schlagworte, und zwar nur die Schlagworte. Wenn ihr „ARTigo“ spielt, dient uns das dazu, Bilder aus riesigen Datenbanken mit Schlagworten zu versehen, so dass ihr es leichter habt, bestimmte Bilder zu finden. Wer dabei welches Schlagwort eingegeben hat, ist dabei nicht interessant.*** Wichtig ist nur, dass wir möglichst viele passende Begriffe von euch geliefert bekommen. Eure weiteren Daten werden natürlich nicht weitergegeben oder sonstwie veröffentlicht.

Allerdings kann man nicht abstreiten, dass es manchmal ganz interessant wäre zu wissen, welche Personengruppen was für Begriffe eingeben. Was meint ihr dazu? Glaubt ihr z. B., dass Frauen anders taggen als Männer? Sind aus Sicht eines Akademikers manche Bilder „blauer“, „schöner“ oder „heroischer“ als aus der Sicht eines Schülers? Es gibt eine Magisterarbeit von einer Studentin an der LMU, die sich via Fragebogen an die ARTigo-Spieler gewandt hat, um eben solche Unterschiede herauszufinden. Einige Ergebnisse werden wir Euch in Kürze präsentieren.

 

*** wobei: Es wäre schon verlockend zu wissen, wer dieses unvergleichliche Meisterwerk an Ästhethik und weiblicher Grazie mit „langweilig“ und „doof“ getaggt hat. Ihm würde ich gerne meine herzlichsten Glückwünsche aussprechen. Besser hätte ich es auch nicht beschreiben können 🙂

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