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Kunst und Kunstgeschichte auf dem Weg in die Digitalisierung (Bayern 2)

In einem Beitrag für das Kulturjournal von Bayern 2 berichtet Moritz Gaudlitz über die Bemühungen von Google, ganze Museen zu digitalisieren. Die universitäre Kunstgeschichte geht zusammen mit der Informatik aber noch weiter: Bilder verschlagworten, um Zusammenhänge zwischen Werken zu erkennen und zwar mit dem Browsergame Artigo.

Hier ist der Bericht ab Minute 0:45 als MP3 zu hören mit einem kurzen Interview mit Dr. Harald Klinke vom Kunsthistorischen Institut der LMU München.

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Interview zur Digitalen Kunstgeschichte und Artigo

Seit Oktober 2014 gibt es an der LMU München das Promotionsprogramm „Digitale Kunstgeschichte“. Der Radiosender M94.5 wollte wissen, „Was ist eigentlich Digitale Kunstgeschichte?“ und führte ein Interview mit Dr. Harald Klinke. Das besonders Spannende: Mit Artigo werden erstmalig umfangreiche Forschungsdaten für die Kunstgeschichte erzeugt, die neue Methoden der Auswertung, Verknüpfung und Visualisierung von Werken ermöglicht. Davon profitiert am Ende die interdisziplinäre Wissenschaft, aber auch die Museen und der Besucher.

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ARTigo – On Air

In der Radiosendung „IQ – Wissenschaft und Forschung“ des bayerischen Rundfunks stellen Professor Bry und Professor Kohle in einem Interview das ARTigo Projekt vor und erklären dem Zuhörer interessante Details zu dem Projekt. Wer die Sendung verpasst hat, kann sie online als Podcast anhören:
Asteroidenabwehr, Mozarteffekt, Verfassungsschutzreform, Bilddatenbank – 15.04.2015

Wir wünschen viel Vergnügen!

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Blogger Sascha Lobo über Twitter und Museen

Heute soll über ein Kurzinterview des deutschen Vorzeige-Bloggers Sascha Lobo berichtet werden. Denn vor einiger Zeit gab der Berliner mit der adretten Irokesen-Frisur der „art“ ein interessantes Kurzinterview: „Sascha Lobo, warum twittert ein Museum?“, wird der 35-Jährige hier gefragt.
Natürlich weist er darauf hin, dass Twitter die perfekte Möglichkeit ist, innherhalb kürzester Zeit eine große Menge potentieller Museumsbesucher zu erreichen – auch wenn die Kurzmitteilungsplattform natürlich keine Garantie sei, die Follower in Scharen in die Institutionen zu locken.
Interessant finde ich jedoch folgende Aussage von Lobo:

„Twitter ist der digitale Strom des Erlebens, in dem einzelne Botschaften nach Minuten veraltet und nach Stunden kaum mehr auffindbar sind. Ein Museum dagegen hat den Anspruch über den Moment hinaus ein Stück Kultur festzuhalten.“

Natürlich hat der Kultblogger recht. Und dennoch, so finde ich, ist die schnelllebige Internetkultur zumindest ansatzweise mit der eher trägen Museumslandschaft wesensverwandt: Zeitlich begrenze Ausstellungen etwa sind, nun ja, nur zeitlich begrenzt zu sehen. Danach sind die Exponate oft weg, weitergezogen, eingelagert, oder, im Falle einer Retrospektive, anschließend meist wieder über den Globus verteilt. Und mal abgesehen von den großen Meisterwerken wandert, überspitzt formuliert, früher oder später eh alles mal ins staubige Archiv. Wer also nicht zur rechten Zeit am rechten Ort ist, der verpasst was – ähnliches passiert tagtäglich im Zwitscher-Mahlstrom.
Gleichzeitig finden wirklich herausragende Tweets, wie etwa vor einiger Zeit die von Regierungssprecher Steffen Seibert, Einzug in die Annalen des Online-Journalismus und werden somit zumindest für begrenzte Zeit konserviert (hier präsentiert die „Welt“ fünf berühmte Tweets).

Wie ist das nun zu beurteilen? Haben Museen und sonstige Ausstellungsräume zumindest ansatzweise mehr mit der Generation Twitter gemein als zunächst zu vermuten ist? Sicherlich ist ein bestimmtes Kunstwerk nicht bereits nach Stunden verschwunden, aber immerhin doch oftmals nach einiger Zeit nicht mehr am vorherigen Ort aufzuspüren. Und gleichzeitig vergisst doch das Internet sowieso nichts, Informationen, sei es auch nur ein Tweet, sind doch, wenn nicht bis in alle Ewigkeit, immerhin ziemlich lange aufspürbar. Die oft beschworene Diskrepanz zwischen schnelllebigem Internet-Lifestyle und der analogen Behäbigkeit, die auch ein Museum oftmals vermittelt, ist also gar nicht so groß. Oder wie seht ihr das?

Übrigens: Das Münchner Kartoffelmuseum geht dieser Thematik elegant aus dem Weg. Es ist nach eigener Aussage das weltweit einzige Museum, das sich der Kartoffel ausschließlich in kunst- und kunsthistorischer Hinsicht widmet. What happens in the Kartoffelmusem, stays in the Kartoffelmuseum…

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Radiointerview mit Prof. Kohle über ARTigo

Heute morgen war auf dem „rbb Kulturradio“ ein Interview mit Prof. Dr. Hubertus Kohle über unser ARTigo zu hören. Wer um kurz nach 9 Uhr aus unerfindlichen Gründen nicht Radio gehört hat, der kann sich den Mitschnitt hier anhören bzw. runterladen (ca. 6 min.).

Einige Kernaussagen möchten wir euch im Blog nicht vorenthalten. Interviewt wurde Prof. Kohle vom rbb-Moderator Frank Schmid. Die Fragen und Antworten haben wir sinngemäß zusammengefasst.

Frank Schmid: „Was passiert denn mit den eingetippten Schlagwörtern bei ARTigo?“
Hubertus Kohle: „Die Wörter werden gespeichert und können dann für die Bildsuche verwendet werden. Das ist die eigentliche Zielsetzung des Spiels.“

FS: „Warum werden zwei einander unbekannte Spieler zusammengeschaltet?“
HK: „Es ist wichtig, dass die Spieler sich nicht kennen. Das dient als Kontrollmechanismus, damit kein Quatsch eingegeben wird. Wenn aber zwei Spieler, die sich nicht kennen, das selbe Wort eingeben, ist es sehr wahrscheinlich, dass dieses Wort etwas mit dem gezeigten Bild zu tun hat.“

FS: „Was passiert genau, wenn zwei Spieler dasselbe Wort eingeben?“
HK: „Der Begriff wird dann als ‚match‘ in der Datenbank verzeichnet und dem entsprechenden Bild zugeordnet. Diese Wörter können dann zur Bildersuche verwendet werden, genau wie alle anderen Begriffe, die bereits gematcht worden sind.“

FS: „Was soll mit dieser Schlagwortdatenbank erreicht werden?“
HK: „Insbesondere in der kunsthistorischen Lehre arbeiten wir viel mit Reproduktionen von Kunstwerken. Dafür gibt es riesige Bilddatenbanken mit zum Teil Millionen von Bildern. Und diese müssen auch wieder gefunden werden können. Deshalb werden die Bilder verschlagwortet. Es gibt natürlich Profis, die das machen. Und das ist auch wichtig. Wir versuchen das jetzt eben mit der ‚Wisdom of Crowds‘, also mit der ‚Weisheit der Vielen‘. Unser primäres Ziel ist es, dass man die eingegebenen Begriffe auf unserer Homepage für die Suche in der Bilddatenbank verwenden kann.“

FS: „Was hat man als Spieler außerhalb des Spaßfaktors von ARTigo?“
HK: „Am Ende jeder Spielrunde werden zu den Bildern noch Angaben zum Künstler, der Titel oder die Datierung angezeigt. Wir denken, dass das einen großen psychologischen Effekt hat: Wenn man vorher mit einem Bild begrifflich gearbeitet hat und im Anschluss die historische Einordnung präsentiert bekommt, memoriert man dieses Wissen besser. Das ist zum Beispiel für Studenten der Kunstgeschichte wichtig, da sie über eine gewisse Denkmälerkenntnis verfügen müssen.“

FS: „ARTigo ist ein Gemeinschaftsprojekt von Kunsthistorikern, Sprachwissenschaftlern und Computerspezialisten. Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Zusammenarbeit?“
HK: „Die Geisteswissenschaften haben sich schon immer von den Technik- und Naturwissenschaften abgegrenzt. Das hat natürlich Gründe, die auch richtig sind. Ich glaube aber, dass die Geisteswissenschaften davon profitieren können, wenn es wieder zu einer Annäherung zu den anderen Wissenschaften kommt. Diese Zusammenarbeit ist ein neuer Bereich, der künftig ungeheuer wichtig werden wird.“

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