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Dringend gesucht: „Mood-Matches“ bei ARTigo

Dass Schlagwort nicht gleich Schlagwort ist, weiß jeder, der schon mal versucht hat, mit Begriffen wie „Onomatopoesie“ oder „Inkompetenzkompensationskompetenz“ bei ARTigo Punkte zu erspielen. Will man in der Rangliste weiter nach oben kommen, gibt es verschiedene Taktiken beim Spielen, zum Beispiel:

1. Man sieht sich das Bild an und versucht, möglichst charakteristische Begriffe einzugeben, in der Hoffnung, dass der Mitspieler dieselben Bildmerkmale im Blick hat. Der Vorteil: Hier werden genau jene Begriffe eingegeben, die das Bild sehr gut beschreiben.
2. Man gibt in Warp-Geschwindigkeit sämtliche Begriffe ein, die auch nur ansatzweise etwas mit dem Bild zu tun haben, um eine große Bandbreite an potentiellen Matches abzudecken. Der Vorteil: Auf diese Weise können sehr viele Matches zustandekommen.

Beides sind probate Mittel, um schnell viele Punkte zu erspielen. Das geht mit der Verwendung von komplizierter Fachterminologie natürlich schwieriger. Aber die ist uns ja auch (nicht ganz so) wichtig.

Wonach wir trachten, uns, ach, sehnen und verzehren, das sind Wörter, die Stimmungen und Gefühle einfangen, die sich also nicht auf die rein deskriptive Ebene beschränken. Wörter wie „fröhlich“, „ernst“, „leidenschaftlich“, „düster“, „liebevoll“ etc. versehen unsere Bilder in der Datenbank mit enorm wertvollen Beschreibungen. Denn auch wenn eventuell Bildinhalte künftig automatisiert getaggt werden können sind das die Wörter, die uns letzlich nur ein Mensch liefern kann. Und das Gute daran: Sie sind im Prinzip genauso leicht einzugeben wie lediglich den Bildinhalt beschreibende Begriffe.

Betrachten wir ein paar Beispiele:

li.: Abram Archipow, Wäscherinnen, 1893; re.: Paul Delaroche, Napoleon I., 1845

Betrachtet man die eingegeben Tags zu diesen Bildern, dann gibt es ein paar Matches, die übereinstimmen, wie etwa „Licht“, „sitzen“, „rot“, „weiss“.
Interessanter ist jedoch folgende Übereinstimmung: „müde“. Ein Begriff, der, wie ich finde, beide Bilder ziemlich gut charakterisiert, ohne groß etwas über den Bildinhalt auszusagen.

Ein weiteres Beispiel:

li.: William Blake, Hekate, 1795; re.: Franz von Stuck, Luzifer, 1889/91

Das gemeinsame „Mood-Match“: gruselig.

Tatsächlich macht es Spaß, in der ARTigo-Suchleiste stimmungscharakterisierende Wörter einzugeben und zu erfahren, welche Bilder mit diesem Begriff gematcht wurden.
Weitere Beispiele wären etwa:

Für uns sind wie gesagt solche „Mood-Matches“ äußerst interessant; zeigen sie doch auf, wie unsere Spieler respektive der gegenwärtige Zeitgeist Bilder „erfühlt“. Und auch wenn es zu keinen Übereinstimmungen kommt, wenn also aus den eingebenen Tags keine Matches entstehen, kann das wichtig sein: Warum etwa empfindet der eine Spieler beim Betrachten des Bildes „Unbehagen“, während der andere das Bild mit „gemütlich“ verschlagwortet?

Außerdem ist es doch ein nicht zu verachtendes Erfolgserlebnis, wenn das, was man beim Anblick eines Bildes fühlt, gematcht wird – bedeutet dies doch, dass zumindest eine weitere Person das Gleiche empfindet 🙂

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